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Israelischer Abzug aus Gaza beendet

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Israelischer Abzug aus Gaza beendet

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Israel hat seinen Abzug aus dem Gaza-Streifen abgeschlossen. Nach Angaben palästinensicher Behörden haben die israelischen Soldaten im Laufe der Nacht alle 21 früheren jüdischen Siedlungen verlassen. Mit lautstarkem Jubel und Autokorsos feierten zehntausende Palästinenser das laut Präsident Mahmud Abbas “historische Ereignis”. Überall waren Freudenschüsse zu hören. In die Siedlung Netzarim strömten nach dem Abzug der israelischen Soldaten tausende begeisterte Menschen, darunter auch Milizionäre der militanten Al-Aksa-Brigaden. In Newe Dekalim wurde die palästinensische Fahne gehisst. In die Freude mischten sich aber auch mahnende Worte von Präsident Abbas: Er forderte eine baldige Regelung für einen Verkehrskoridor zwischen dem Gaza-Streifen und dem Westjordanland sowie die Öffnung der Grenze zwischen dem Gaza-Streifen und Ägypten. Anderenfalls, so Abbas, drohe das Autonomiegebiet am Mittelmeer ein gigantisches Gefängnis für seine Bewohner zu werden. Mit dem Einholen der Flagge am Hauptquartier der israelischen Armee in Newe Dekalim hatte Israel gestern abend symbolisch die Besetzung des Gaza-Streifens nach 38 Jahren beendet. Ärger hatte es zuletzt noch wegen der jüdischen Gotteshäuser im Gaza-Streifen gegeben. Das israelische Kabinett hatte im letzten Moment beschlossen, sie nicht abzureissen. Das wollen nun die Palästinenser tun. Mindestens zwei der 19 verbliebenen Synagogen wurden bereits angezündet. Insgesamt zogen rund 3000 israelische Soldaten aus dem Gaza-Streifen ab. Eine ursprünglich geplante feierliche Übergabezeremonie am Kontrollpunkt Eres war von den Palästinensern wegen des Streits um den von ihnen geforderten Abriss der Synagogen kurzfristig abgesagt worden.