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Machtwechsel in Norwegen - Oppositionelles Linksbündnis gewinnt Parlamentswahl

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Machtwechsel in Norwegen - Oppositionelles Linksbündnis gewinnt Parlamentswahl

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Die Sozialdemokraten um den bisherigen Oppositionschef Jens Stoltenberg haben die Parlamentswahl in Norwegen gewonnen. Gemeinsam kommt sein Linksbündnis, die sogenannte “rot-grüne Regierungsalternative”, auf mehr als 47 Prozent und hat damit die Mehrheit im Osloer Storting.

Stoltenberg konnte bei den Wählern mit seinem Versprechen punkten, künftig mehr Geld aus dem lukrativen Ölgeschäft für die Bildung, das Gesundheitswesen und für die Schaffung neuer Arbeitsplätze auszugeben. Noch vor vier Jahren hatten die Sozialdemokraten mit Stoltenberg als Ministerpräsident ihr schlechtestes Ergebnis seit den 20er Jahren erreicht. Der seit 2001 regierende christdemokratische Kjell Magne Bondevik gestand noch am Montagabend seine Niederlage ein. Erhatte im Wahlkampf auf die glänzenden Wirtschaftsdaten des Landes verwiesen und mit Steuererleichterungen für die Bürger geworben. Die Opposition hatte seinem Mitte-Rechts-Lager vorgeworfen, dass die Schere im wirtschaftlich florierenden Norwegen immer weiter auseinander gehe. Großer Gewinner der Parlamentswahl ist die rechtspopulistische Fortschrittspartei unter Carl Hagen. Sie erzielte die zweithöchsten Stimmengewinne und wurde zweitstärkste Kraft. Hagen hatte versprochen, Öl- und Gaseinnahmen stärker für laufende Staatsausgaben und die Senkung des Benzinpreises zu verwenden. Außerdem setzte er sich für strengere Beschränkungen für Einwanderer ein – in einem Land, das mit die niedrigste Einwandererquote in Europa hat.