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Bankrott von Delta und Northwest stürzt US-Luftfahrtbranche in tiefe Krise

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Bankrott von Delta und Northwest stürzt US-Luftfahrtbranche in tiefe Krise

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Der zeitgleiche Bankrott von Delta Air Lines und Northwest Airlines hat die US-Luftfahrtindustrie in die tiefste Krise seit Anfang der neunziger Jahre gestürzt. Erstmals seit 14 Jahren operieren damit vier der sieben größten Gesellschaften des Landes unter Gläubigerschutz. Die Airlines benutzen die Gerichte, um Kosten zu senken und von den Gewerkschaften Konzessionen zu erzwingen.

Neben Delta und Northwest stellte US Airways vor einem Jahr den Insolvenzantrag, United Airlines ist seit Dezember 2002 zahlungsunfähig. Die Fluggesellschaften wurden Opfer der seit langem bestehenden Marktbedingungen. Dabei spielen die explodierten Rohöl- und Kerosinpreise die Hauptrolle. Dazu kommen Milliarden-Schulden und hohe Tarifkosten. Wegen des härter gewordenen Wettbewerbs durch Billigflieger können die Airlines die gestiegenen Treibstoffkosten nicht ohne weiteres auf die Flugtickets umwälzen. Flugpreiserhöhungen blieben bei mehreren Gesellschaften auf die Erste und auf die Business-Klasse beschränkt. United Airlines und US Airways konnten in der Insolvenz dank radikaler Sparpläne ihre Rentabilität zwar verbessern, sind aber noch nicht über den Berg. US-Airways beendet gerade ihr Insolvenzverfahren und wird von der kleineren America West übernommen. Die Gewerkschaften befürchten weiteren Personalabbau und vor allem einen fortschreitenden Konzentrationsprozess in der Branche. Dessen erste Opfer könnten Delta und Northwest werden. Beide Gesellschaften kündigten an, so schnelle wie möglich Refinanzierungs- und Sanierungspläne ausarbeiten zu wollen.