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Israelisches Gericht ordnet neuen Mauerverlauf an

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Israelisches Gericht ordnet neuen Mauerverlauf an

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Das Oberste Gericht in Israel hat eine Änderung des Verlaufs der umstrittenen Sperranlage im Westjordanland angeordnet. Die Richter beschlossen einstimmig, dass der Staat Israel im Bereich der Siedlung Alfei Menasche bei Kalkilia eine alternative Route für die Mauer finden müsse. Geklagt hatten die Einwohner von fünf palästinensischen Dörfern, die durch die Sperranlage vom Rest des Westjordanlandes abgeschnitten sind und nun in einer Enklave leben. Bereits zu Beginn des Sommers hatte das Gericht eine Änderung des Mauerverlaufs angeordnet. Damals ging es um einen Abschnitt im Norden Jerusalems. Wie eine Anwältin erläuterte, gab das Urteil den Palästinensern Recht. Es legte fest, dass die mit dem Mauerbau beauftragte Armee eine neue Lösung finden müsse. Diese dürfe die Lebensqualität der Palästinenser nicht so stark einschränken wie der gegenwärtige Mauerverlauf. Gleichzeitig bezeichneten die Richter eine Entscheidung des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag gegen die Sperranlage als nicht bindend. Die Mauer soll Israel vor Selbstmordanschlägen der Palästinenser schützen. Ihre Gesamtlänge wird rund 600 Kilometer betragen.