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Das Leben des Simon Wiesenthal

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Das Leben des Simon Wiesenthal

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Simon Wiesenthal war ein Kind des Habsburger Reiches.

Geboren 1908 in Galizien, nahe der Stadt, die damals Lemberg hieß. In der gleichen Stadt, nunmehr als Lwow zu Polen gehörend, begann er sein Architekturstudium. 1941 begann sein Leidensweg durch mehrere Konzentrationslager. Er überlebte Buchenwald und erlebte die Befreiung durch amerikanische Soldaten in Mauthausen. Getreu seinem Lebensmotto “Es gibt keine größere Sünde als das Vergessen“begann Simon Wiesenthal nach dem Krieg in einem kleinen Büro in Linz den Tätern nachzuspüren. Er wollte nicht Rache sondern Gerechtigkeit, weshalb er seine Erkenntnisse Gerichten, Regierungen und erst wenn das nicht half auch der Presse übergab. Als sein größter Erfolg gelten die Hinweise, die letztlich zum Aufspüren von Adolf Eichmann in Argentinien führten. Vom israelischen Geheimdienst entführt wurde der Organisator der “Endlösung der Judenfrage” in Israel zum Tode verurteilt und hingerichtet. Der Kalte Krieg brachte Wiesenthal manche Enttäuschung, als Regierungen in Ost und West die Bestrafung aller Täter nicht mehr so wichtig nahmen. Auch daheim in Österreich wurde er angefeindet, als er am Mythos vom “Opferland ohne Täter” rührte. Einen “ Nestbeschmutzer” oder “unnützen Moralisten” nannten auch österreichische Polikter den Mann, der es wagte im Fall des Bundespräsidenten und späteren UN-Generalsekretärs Kurt Waldheim eine Historikerkommission vorzuschlagen. Einschüchtern ließ sich der unbequeme Mahner nie und von niemandem. Bei einer Gedenkfeier in Mauthausen sagte er: “ Werden wir vergessen, verdrängen oder das Geschehen verfälschen, käme das Gestern unbewältigt immer wieder auf uns zu und würde uns und unsere Nachkommen daran hindern, das Morgen richtig und menschenwürdig zu gestalten.” Simon Wiesenthal hinterlässt Gleichgesinnte, die weiter dafür sorgen werden, dass die Vergangenheit bewältigt, aber nicht vergessen wird.