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Prozess wegen blutigem Aufstand in Usbekistan

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Prozess wegen blutigem Aufstand in Usbekistan

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In der usbekischen Stadt Andijan hat der Prozess gegen 15 Männer begonnen, die der Anzettelung eines blutigen Aufstandes angeklagt werden.

Sie sind die ersten von über 100 Angeklagten, denen Geiselnahme, Mord und versuchter Umsturz der Regierung von Staatspräsident Islam Karimow vorgeworfen wird. Das Gericht beschuldigt die Angeklagten außerdem, islamistische Terroristen zu sein. Ihnen droht die Todesstrafe. Menschenrechtsgruppen bezweifeln jedoch die Glaubwürdigkeit der Anklage und meinen, dass der Prozess lediglich ein Massaker verdecken soll, dass das usbekische Militär im vergangenen Mai verübt hatte. Der Aufstand in Andijan begann am 11. Mai: Bewaffnete hatten 23 Männer aus einem Gefängnis befreit, denen islamistischer Terrorismus vorgeworfen wurde. Zwei Tage später hatte das Militär auf tausende Demonstranten das Feuer eröffnet. Augenzeugen berichteten von 500 bis 1000 Todesopfern. Die usbekischen Behörden erklärten dagegen, dass es 187 Tote gab, bei denen es sich ausschließlich um islamistische Extremisten handeln soll.