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Niederlage für Netanjahu beim Kampf um Likud-Vorsitz

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Niederlage für Netanjahu beim Kampf um Likud-Vorsitz

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Ein knapper Sieg für den israelischen Ministerpräsidenten, aber noch einmal hat es Ariel Scharon geschafft. Mit 51,3 Prozent der Stimmen des Likud wurde der Antrag seines innerparteilichen Rivalen Benjamin Netanjahu auf eine vorgezogene Neuwahl des Parteivorsitzenden abgelehnt. 47,6 Prozent der Mitglieder des Likud-Zentralkomitees stimmten dafür.

Nach dem von Scharon initiierten Rückzug aus dem Gazastreifen und den jüngsten palästinensischen Angriffen auf israelisches Gebiet hatte Netanjahu mit der Abstimmung die Weichen für sein politisches Comeback als Regierungschef stellen wollen. Aber Scharon konnte sich noch einmal durchsetzen und stichelte gegen seine Gegner, die ihm am Wochenende bei seiner Rede sogar das Mikrofon sabotiert hatten. “Könnt ihr mich hören?”, fragte Scharon immer wieder seine Anhänger. Nach seiner Niederlage gab sich Netanjahu trotzdem kämpferisch: “Ich respektiere die demokratische Entscheidung des Likud. Aber dies war nur das erste Kapitel. Ich bin mir sicher, dass wir im zweiten Kapitel siegen werden und damit der Likud.“Bereits in den vergangenen Monaten war immer wieder über eine Spaltung des Likud diskutiert worden. Scharon hatte dabei sogar damit gedroht, eine eigene Partei zu gründen. Die Handgreiflichkeiten zwischen Mitgliedern des Zentralkomitees nach der Entscheidung könnten damit ein Zeichen dafür sein, dass Scharon zwar erneut eine Schlacht gewonnen hat, aber der Krieg noch lange nicht beendet ist.