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Frankreich: Streit um Privatisierung von Staatswerft eskaliert

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Frankreich: Streit um Privatisierung von Staatswerft eskaliert

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Korsische Seeleute haben in Marseille ein Fährschiff gekapert und sind damit in Richtung Korsika ausgelaufen. Als ein Militärhelicopter die protestierenden Seeleute zur Umkehr auffordern sollte, antworteten die Kaperer, sie würden nur korsisches Arbeitsgerät zurückbringen. Die Fähre gehört zur hoch defizitären Korsikafähren-Gesellschaft SNCM. Die Seeleute wehren sich gegen einen Verkauf der verschuldeten staatlichen Reederei an einen Investmentfonds. Die Schiffsverbindung nach Korsika gilt in Frankreich als quasi staatshoheitliche Aufgabe, die das Eiland mit seinen widerspenstigen Bewohnern an das Mutterland anbinden soll.

In der Nacht lieferten sich protestierende Seeleute am Hafen von Bastia auf Korsika gewaltsame Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften. Der zuständige Präfekt, Christian Fremont, verteidigte die Privatisierungspläne der französischen Regierung. Die Politik der SNCM sei Selbstmord, sagte Fremont. 2.400 Arbeitsplätze stünden auf dem Spiel. Er appellierte an das Verantwortungsgefühl der Seeleute, damit die Fährgesellschaft und der Hafen eine Zukunft haben. Ein Seemann drohte aber, man lasse sie so nicht davonkommen. Man werde nichts akzeptieren. Dieser Streik sei erst der Anfang.Gestern wurde der Hafen von Marseille von einem Solidaritätsstreik lahmgelegt. In der Nacht hatten SNCM-Mitarbeiter bereits Kaianlagen blockiert und Autos in Brand gesteckt.