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Nach Ansturm auf spanische Orte in Afrika - Spanien und Marokko suchen Lösungen

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Nach Ansturm auf spanische Orte in Afrika - Spanien und Marokko suchen Lösungen

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Der dramatische Massenansturm auf zwei spanische Orte auf afrikanischem Boden überschattet ein spanisch-marokkanisches Gipfeltreffen in Sevilla. Mehr als 500 Menschen aus Staaten südlich der Sahara hatten am Mittwoch versucht, von Marokko aus mithilfe selbstgebastelter Leitern nach Ceuta vorzudringen. Dabei sind fünf Menschen ums Leben gekommen. Etwa 100 erreichten ihr Ziel – meist verletzt.

Ceuta und Melilla gehören seit etwa 400 Jahren zu Spanien. Sie haben jeweils rund 70 000 Einwohner. Seit Beginn dieses Jahres haben mindestens 12 000 Menschen aus Afrika versucht, über Ceuta und Melilla nach Europa zu gelangen. Sie sind zuvor meist bereits seit Monaten unterwegs. Spanien baut zur Zeit die Sperranlagen massiv aus. Die Regierung in Madrid hat 480 Soldaten Verstärkung in die beiden Städte abkommandiert. Die beiden spanischen Orte gehören zum Schengen-Raum der EU. Wer erst einmal dorthin gelangt ist, kann meist nicht mehr abgeschoben werden, da sowohl Transitland Marokko als auch die Heimatländer die Rücknahme verweigern. Bei ihrem Treffen wollen die Regierungschefs Spaniens und Marokkos, Jose Luis Rodriguez Zapatero und Driss Jettou, über die Armutsflüchtlinge beraten. Marokko sieht seine Sicherheitskräfte und humanitären Helfer durch den Ansturm völlig überlastet und bittet um internationale Hilfe. Die EU-Kommission fordert eine koordinierte Einwanderungspolitik.