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Spanische Exklaven in Marokko im Kampf gegen illegale Einwanderer

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Spanische Exklaven in Marokko im Kampf gegen illegale Einwanderer

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Nur zehn Kilometer breit ist die Straße von Gibraltar zwischen Tarifa auf spanischer Seite und Marokko. Extrem gefährlich ist die Meerenge – aber gleichzeitig auch extrem attraktiv für die Menschen, die um jeden Preis in die Europäische Union gelangen wollen. Hunderte haben hier ihr Leben verloren. Wie viele die Überfahrt geschafft haben, lässt sich nicht sagen.

Durch eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Madrid und Rabat konnte in den vergangenen anderthalb Jahren die Zahl der illegalen Einwanderer ins spanische Festland um 24 Prozent verringert werden, zu den Kanarischen Inseln sogar um mehr als die Hälfte. Als Folge erhöht sich der Druck auf die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla in Marokko. Drei Meter hohe und zehn Kilometer lange Grenzzäune sollen die Städte schützen Doch in unmittelbarer Nähe harren afrikanische Flüchtlinge in den Wäldern aus. Sie wollen nachts ihr Glück versuchen und den Grenzzaun überwinden. Allein seit Anfang des Jahres waren es 12 000. In 2004 mehr als 50 000. Die meisten der Flüchtlinge haben zuvor schon weite Teile von Afrika durchquert, bevor sie Marokko erreichten. Auf der Suche nach einem besseren Leben stürmten in der Nacht zu Mittwoch rund 400 illegale Einwanderer nach Melilla. Rund die Hälfte von ihnen konnte die Polizei nicht aufhalten. Dutzende Flüchtlinge und mehrere Beamte wurden verletzt. Die Auffanglager sind diesem Ansturm nicht gewachsen. In den Gesichtern der Flüchtlinge, die abgeschoben werden, spiegelt sich die Verzweiflung: “Sie schieben mich ab”, erklärt eine Frau, “ich komme aus der Demokratischen Republik Kongo, dort herrscht Krieg, ich fliehe hierhin, und sie schieben meine Kinder und mich wieder ab. Einfach so.” Für die spanischen Behörden ist die vorläufige Lösung die Aufstockung des Grenzzauns von drei auf sechs Meter.