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Streit um Korsika-Fähren - Staat behält 25 Prozent Firmenanteil


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Streit um Korsika-Fähren - Staat behält 25 Prozent Firmenanteil

Gespannte Ruhe in der korsischen Hafenstadt Bastia, der Fährverkehr zwischen Korsika und dem französischen Festland ist unterbrochen. Am zehnten Tag der Krise um die defizitäre Mittelmeer-Fährenfirma SNCM ist offenbar der Höhepunkt überschritten.

Am Mittwoch hatten streikende Matrosen die Fähre Pascal Paoli gekapert. Daraufhin hatte eine Spezialeinheit das Schiff vor Bastia gestürmt und den Hafen von Toulon angesteuert. Vier Seeleute wurden festgenommen, die meisten der Meuterer flogen zurück nach Bastia. Die Hafenstädte Bastia und Marseille wurden von Demonstranten teilweise lahmgelegt. Anlass für die spektakulären Proteste der SNCM-Mitarbeiter war der geplante Verkauf der staatlichen Gesellschaft an den französischen Investmentfonds Butler Capital Partners, der jede sechste Stelle streichen will. Premierminister Dominique de Villepin machte die Angelegenheit jetzt zur Chefsache: “Ich will dieses Unternehmen retten. Es liegt in meiner Verantwortung, in dieser dramatischen Situation eine tragfähige Lösung zu finden.” Die SNCM besteht seit fast 30 Jahren, bereits vor 13 Jahren hatte die EU die Subventions-Automatismen kritisiert und eine Liberalisierung gefordert. Nach der Intervention des französischen Premierministers sollen nur noch 70 Prozent der Gesellschaft an Investoren verkauft werden, 25 Prozent behält der Staat und fünf Prozent gehen an die Belegschaft. Die SNCM verbindet Frankerich mit Korsika, Algerien und Tunesien. Sie besitzt zehn Schiffe und hat gut 2300 Mitarbeiter. Für 2004 hat die Gesellschaft bei knapp 200 Millionen Euro Umsatz rund 30 Millionen Euro Verlust verbucht. Die Subventionen betrugen gut 63 Millionen Euro.
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