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Vier Männer nach sozialem Protest auf hoher See in Frankreich festgenommen

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Vier Männer nach sozialem Protest auf hoher See in Frankreich festgenommen

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Eine französische Spezialeinheit hat ein von korsischen Seeleuten gekapertes Fährschiff in den Mittelmeerhafen Toulon zurückgebracht.

Rund 30 Kidnapper wurden freigelassen, vier weitere jedoch befinden sich in Untersuchungshaft. Der zuständige Staatsanwalt wird heute erklären, für welche Tatbestände diese sich zu verantworten haben. Dass er die Höchststrafe von bis zu 20 Jahren Gefängnis fordern wird erscheint unwahrscheinlich, da es an Bord keine Gewalt gab und es sich um einen sozialen Protest handelte. “Wir sind keine Terroristen, wir hatten keine Waffen an Bord, wir sind nur Arbeiter, die um ihre Jobs fürchten”, so einer der Freigelassenen. Die Seeleute hatten das Fährschiff am Dienstag abend in Marseille besetzt und anschließend Kurs auf Korsika genommen – aus Protest gegen die geplante Privatisierung ihres Arbeitsgebers, der staatlichen Fährgesellschaft SNCM. Die Stürmung des Schiffs durch eine Spezialeinheit dauerte nur sieben Minuten, das Pariser Verteidigungsministerium sprach von einer “gelungenen Aktion”. In Bastia auf Korsika kam es unterdessen in der dritten Nacht hintereinander zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten. Die französische Regierung rückte mittlerweile von einem vollständigen Verkauf von SNCM ab – Verkehrminister Dominique Perben sagte, der Staat wolle Minder-heitsaktionär bleiben.