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Algerier stimmen mit großer Mehrheit für Aussöhnung nach dem Bürgerkrieg

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Algerier stimmen mit großer Mehrheit für Aussöhnung nach dem Bürgerkrieg

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Algerien hat für das Ende des Terrors gestimmt. Wie das algerische Innenministerium am Freitag miteilte, votierten am Donnerstag mehr als 97 Prozent für die “Charta für Frieden und nationale Aussöhnung”. Mit dem Dokument sollen die rund 1000 islamistischen Untergrundkämpfer zur Aufgabe bewogen werden. Militante Islamisten sollen straffrei bleiben, wenn sie ihre Waffen niederlegen und nicht an Attentaten oder Massakern beteiligt waren. Algeriens Präsident Abdelaziz Bouteflika kann mit diesem Abstimmungsergebnis einen Erfolg verbuchen. Er will mit seiner Charta den Weg für wirtschaftliche Reformen frei machen.

Aber nicht alle sind zufrieden. Aus der Opposition heißt es, die hohe Wahlbeteiligung von knapp 80 Prozent sei ein Schwindel; das Ergebnis repräsentiere nicht die algerische Realität. Menschenrechtsorganisationen kritisieren die “Straffreiheit für Bürgerkriegsverbrecher”. In den blutigen Jahren des Bürgerkrieges wurden nach Schätzungen rund 150.000 Menschen getötet. Das nunmehrige Ergebnis des Referendums zeigt auch, dass die Algerier diese Zeit vergessen und lieber in eine wirtschaftlich hoffnungsvolle Zukunft blicken wollen.