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Raketenangriff auf Regierungsgebäude in Korsika

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Raketenangriff auf Regierungsgebäude in Korsika

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Mit einem Raketenwerfer haben Unbekannte gestern Abend einen Anschlag auf ein französisches Regierungsgebäude im Zentrum der korsischen Stadt Ajaccio verübt. Das Geschoss traf ein Haus des korsischen Generalrats in der Nähe der Präfektur. Verletzt wurde niemand; der Präfekt Pierre Rene Lemas befand sich zum Zeitpunkt der Explosion nur wenige Meter entfernt. Dieser Angriff mit einer Rakete auf die Präfektur sei ein symbolischer Akt, sagte der Präfekt, doch man dürfe nicht vergessen, dass sich in den Regierungsgebäuden auch Menschen aufhielten. Im Streit um die Privatisierung der Fähren-Reederei SNCM kam es in dieser Woche auf Korsika zu schweren Zusammenstößen mit der Polizei. Der Verkauf wird von den korsischen Gewerkschaften heftig bekämpft. Inzwischen wird der Flughafen auf Korsika betreikt. Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Regierung verliefen zunächst ergebnislos. Premierminister de Villepin rückte gestern vom unfassenden Privatisierungsplan ab und erklärte, der Staat sei zu einer Minderheitsbeteiligung bereit. Doch den Gewerkschaften genügt dies nicht. Am Dienstag hatten Seeleute in Marseille eine Fähre in ihre Gewalt gebracht und nach Korsika entführt, wo sie von französischem Militär zurückerobert wurde.