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Streit zwischen Paris und korsischen Gewerkschaften weiter verschärft

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Streit zwischen Paris und korsischen Gewerkschaften weiter verschärft

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Der Streit der französischen Regierung mit korsischen Gewerkschaftern über die Privatisierung einer Reederei hat sich weiter verschärft. Demonstranten blockierten das Rathaus der Stadt Ajaccio. Der Flughafen der Stadt sowie der Airport von Bastia wurden von Feuerwehrleuten und Bodenpersonal lahmgelegt.

An den Tankstellen wurde Benzin nur noch in beschränkten Mengen abgegeben, da Engpässe befürchtet wurden. Die Häfen der Insel wurden von streikenden Seeleuten blockiert. Unterdessen gingen die Ermittlungen wegen des Anschlags auf die Präfektur von Ajaccio weiter. Unbekannte hatten gestern abends mit einem Raketenwerfer auf das Gebäude geschossen; es wurde niemand verletzt. Der Anschlag galt offenbar dem Präfekten, der sich einige Meter von der Einschlagstelle entfernt aufhielt.

Inzwischen rückte die Regierung von ihrem Plan ab, die hoch defizitäre Korsikafähren-Reederei SNCM vollständig zu privatisieren; der Staat soll ein Viertel der Anteile behalten. Wirtschafts- unf Finanzminister Thierry Breton sagte, mehr Zugeständnisse seien jedoch nicht möglich: Der Staat könne nicht mehr finanziell eingreifen; der zuletzt vorgelegte Plan sei das äußerste, was im Rahmen des EU-Rechts möglich sei.

Dies – so Breton weiter – sei ihm bei seinen Gesprächen mit der Europäischen Kommission in Brüssel sehr deutlich gemacht worden. Gewerkschafter lehnten das Kompromissangebot als unzureichend ab. Am Dienstag hatten protestierende Seeleute eine SNCM-Fähre gekapert und nach Korsika entführt. Einsatzkommandos der französischen Streitkräfte brachten das Schiff am Mittwoch unter ihre Kontrolle und leiteten es nach Toulon.