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Wahlbeteiligung für Referendum über Aussöhnung in Algerien bei knapp 80 Prozent

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Wahlbeteiligung für Referendum über Aussöhnung in Algerien bei knapp 80 Prozent

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In Algerien ist das Referendum über eine nationale Aussöhnung auf breiten Zulauf gestoßen. Innenminister Yazid Zerhuni teilte mit, 79,5 Prozent der Wahlberechtigten hätten ihre Stimme abgegeben. Mit einem Ergebnis wird im Laufe des Tages gerechnet. Beobachter rechnen mit einer deutlichen Zustimmung zum Referendum. Präsident Abdelaziz Buteflika will mit der Abstimmung ein neues Zeitalter beginnen und einen Schlußstrich ziehen unter die blutigen Jahre des Bürgerkrieges. Seit der Annulierung der Parlamentswahl im Jahr 1992 wurden schätzungsweise etwa 150.000 Menschen getötet etwa 8000 Menschen stehen noch auf den Vermißtenlisten. Präsident Buteflika setzt nun auf die den Algeriern vorgesetzte Rechnung, die Bürgerkriegsjahre hätten das Land an die 20 Milliarden Euro gekostet und die Entwicklung des nordafrikanischen Landes enorm behindert. Bei über 18 Prozent Arbeitslosigkeit könnte genau dieses Argument überzeugen. Oppositionelle fürchten dagegen, dass sich Bouteflika mit einem positiven Referendum lediglich eine dritte Amtszeit sichern will. Die vielen Angehörigen von Verschwundenen und Menschenrechtler fürchten gar, dass ein JA zum Referendum zum Freibrief für weitere Menschenrechtsverletzungen wird.