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EU und Türkei: Chance und Herausforderung zugleich

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EU und Türkei: Chance und Herausforderung zugleich

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Die Brücke über den Bosporus: wird sie in zehn, fünfzehn Jahren eine innereuropäische Brücke sein? Oder eine Grenzbrücke zwischen Europa und der arabischen Welt? Die Entscheidung darüber wird morgen fallen. Die Türkei sei zu arm, zu bevölkerungsreich und religiös-kulturell zu unterschiedlich für eine Vollmitgliedschaft in der Europäischen Union, sagen die Kritiker.

Die Widersprüche und Gegensätze in der türkischen Gesellschaft werden nirgends deutlicher als hier in Instanbul. Einer westlich orientierten städtischen Bevölkerung steht eine traditionell geprägte, konservativ islamische Landbevölkerung gegenüber. Aber seit mehr als drei Jahrzehnten strebt das Land nach Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Und im Dezember letzten Jahres hatten sich EU und Türkei darauf geeinigt, diesen Montag mit den Verhandlungen darüber zu beginnen.

Auf vielen Ebenen ist die Türkei mit der Europäischen Union verbunden, sagten die Befürworter eines Beitritts: Politisch, wirtschaftlich, kulturell und auf militärisch-geostrategischer Ebene, gerade in Zeiten des Terrors. Und durch Millionen Zuwanderer, die sich in der EU eine neue Existenz aufbauten und dabei – nicht immer erfolgreich – integrieren konnten. Auch in der Türkei ist eine Mitgliedschaft in der EU nicht unumstritten.

Tausende Nationalisten demonstrierten in den vergangenen Tagen dagegen oder forderten mehr Mitsprache, wie diese Kurden. Wie auch immer die Entscheidung ausfallen wird: die Türkei wird für Europa Herausforderung und Chance zugleich bleiben.