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Scheitert Türkei erneut an Wien?

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Scheitert Türkei erneut an Wien?

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Beim Treffen der Außenminister der Europäischen Union in Luxemburg stehen die Verhandlungen mit der Türkei auf des Messers Schneide. Österreich fordert nach wie vor, nicht nur über einen Beitritt, sondern auch über eine enge Bindung der Türkei an die EU zu verhandeln. Entsprechende Änderungen des “Verhandlungsrahmens”, in dem die EU-Mitglieder ihre Ziele festschreiben, wurden von den 24 anderen EU-Staaten abgelehnt.

Zentrale Frage ist, ob dem Nato-Mitglied Türkei eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union in Aussicht gestellt werden kann – einem laizistischen Staat mit 72 Millionen mehrheitlich islamischen Bürgern. Eine Frage, die die Bevölkerung in den Mitgliedstaaten zutiefst spaltet. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sagte: “Die morgige Entscheidung ist nicht nur ein Richtungsentscheid für die Zukunft der Türkei, sondern auch für die EU.

Die Europäische Union muss entscheiden, ob sie ein christlicher Club bleiben wolle oder ein “Global Player” werden will.” Erdogan versuchte in einem Telefonat mit dem österreichischen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, dessen ablehnende Haltung zur Aufnahme von Beitrittsverhandlungen zu ändern. Die Regierung in Wien will der Türkei stattdessen auch eine privilegierte Partnerschaft in Aussicht stellen, und weiß einen Großteil der Bevölkerung dabei nicht nur in ihrem Land hinter sich. Der türkische Staatspräsident Ahmet Necdet Sezer forderte die EU-Staaten aber auf, keine “Mauer von Vorurteilen” zu errichten.