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Streik in Frankreich: Busse und Bahnen stehen still

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Streik in Frankreich: Busse und Bahnen stehen still

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Mit einem landesweiten Generalstreik protestieren Frankreichs linke Parteien und Gewerkschaften am Dienstag gegen Privatisierungen. Zur Eröffnung des Streiktags legten am Montag abend als erste die Eisenbahner der nationalen Gesellschaft SNCF die Arbeit nieder. Auch U-Bahn, Busse und andere Verkehrsmittel stehen bis Mittwoch morgen still. Es ist das erste Mal seit 1976, dass alle Gewerkschaften gemeinsam auf die Straße gehen. Unterstützt werden die Aktionen außerdem von sämtlichen linken Oppositionsparteien bis hin zu den Trotzkisten.

Der Streik ist eine weitere Bewährungsprobe für den französischen Premierminister Dominique de Villepin. Schon in den vorhergegangenen Tagen musste Villepin mit dem Widerstand der korsischen Gewerkschafter gegen die Privatisierung der hochverschuldeten Reederei SNCM fertig werden. Eine Lösung in dem Konflikt wurde noch immer nicht gefunden. Die Franzosen versuchen, das Chaos im öffentlichen Verkehrswesen gelassen zu nehmen. “Ich werde zu spät zur Arbeit kommen”, sagt ein Mann. “Zu Mittag werde ich versuchen, mich zu erholen und am Abend werde ich ein bißchen früher gehen.” Eine Frau hatte sich mit einem Nachbarn abgesprochen, der Taxi fährt. “Wir werden uns zusammentun und versuchen, rechtzeitig zu kommen.” Aber nicht nur der öffentliche Verkehr steht still. Auch Schulen und Postämter bleiben geschlossen und die Stromversorgung wird um 10 Prozent reduziert. Und so reagiert mancher pragmatisch: “Mein Mann hat sich freigenommen”, so eine Französin, “ganz einfach…”