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Aufklärungsversuch nach 20 Jahren - Römisches Gericht verhandelt über den Mord

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Aufklärungsversuch nach 20 Jahren - Römisches Gericht verhandelt über den Mord

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am “Bakier Gottes”

Vor einem Schwurgericht in Rom hat am Donnerstag der Prozeß um den Tod des italienischen Vatikan-Bankiers Roberto Calvi begonnen. Angeklagt sind fünf Personen, darunter zwei Ex-Mafia-Bosse und eine aus Kärnten stammende Freundin eines der Angeklagten. Roberto Calvi war Chef des Mailänder Kreditinstituts Banco Ambrosiano, das enge Geschäftsbeziehungen zum Vatikan unterhielt. Calvi war am 18. Juni 1982 erhängt unter der Blackfriars Bridge in London aufgefunden worden. Vor seinem Tod war er mehrere Tage spurlos verschwunden. Calvi war in undurchsichtige Finanztransaktionen mit der Vatikanbank IOR, der umstrittenen Geheimloge P2 und der Mafia verstrickt und führte die Banco Ambrosiano in den Ruin. Wegen seiner engen Kontakte zum Vatikan wurde er “Bankier Gottes” genannt. Calvis Angehörige stellten das ursprüngliche Ermittlungsergebnis der britischen Justiz, bei seinem Tod habe es sich um einen Selbstmord gehandelt in Frage. Vor vier Jahren war Calvis Leichnam auf Betreiben der Angehörigen exhumiert worden. Nach weiteren Untersuchungen schloß die britische Justitz Fremdverschulden nicht mehr aus. Die römische Staatsanwaltschaft will beweisen, daß die Mafia die Ermordung Calvis in Auftrag gab. Er soll zu viel ihres Geldes verloren und zu viel über ihre Operationen gewusst haben. Die Verteidigung geht hingegen von einem Selbstmord Calvis aus. Die Verhandlung soll im November fortgesetzt werden.