Eilmeldung

Eilmeldung

Präsidentschaftswahl in Polen: Kopf-an-Kopf-Rennen der bürgerlichen Kandidaten erwartet

Sie lesen gerade:

Präsidentschaftswahl in Polen: Kopf-an-Kopf-Rennen der bürgerlichen Kandidaten erwartet

Präsidentschaftswahl in Polen: Kopf-an-Kopf-Rennen der bürgerlichen Kandidaten erwartet
Schriftgrösse Aa Aa

Dreißig Millionen Polen sind am Sonntag aufgerufen, einen neuen Präsidenten zu wählen. Bereits bei den Parlamentswahlen vor zwei Wochen war ein Rechtsruck deutlich erkennbar. Dieser Trend könnte sich nun bestätigen: Denn die beiden Favoriten für das Amt des Präsidenten kommen aus dem konservativen und dem liberalen Lager.

Einer von ihnen ist Donald Tusk von der liberalen Bürgerplattform PO. Nach einer Meinungsumfrage wollen 40 Prozent der Befragten für ihn stimmen. Nur knapp dahinter liegt Lech Kaczynski von der rechtskonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit. Mit seinem Wahlslogan “Ein starker Präsident, ein ehrliches Polen” kam der Oberbürgermeister von Warschau bei der Bevölkerung gut an und brachte seinen Konkurrenten in Bedrängnis. Dass gerade Tusk und Kaszynski gegeneinander antreten, erscheint paradox,streben doch ihre beiden Parteien nach den Parlamentswahlen eine Regierungs-Koalition an. Für das Amt des Staatsoberhauptes stellt sich auch der Sozialdemokrat Marek Borowski zur Wahl. In den Umfragen ist der Parteikollege des derzeitigen Präsidenten Kwasniewski aber mit 11 Prozent weit abgeschagen. Ebenso wenig Chancen werden dem radikalen Bauernführer Andrzej Lepper eingeräumt – der eigentlich aus dem nationalistischen Lager kommt. Der polnische Präsident wird für eine Amtszeit von 5 Jahren gewählt. Seine Befugnisse sind begrenzt. Allerdings bestimmt er die Linien der Aussenpolitik. Auch die Armee ist ihm unterstellt. Sollte am Sonntag kein Kandidat die absolute Mehrheit erzielen, werden die Polen am 23. Oktober noch einmal für eine Stichwahl an die Urnen gerufen.