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Nobelpreis für Mohamed El Baradei und die IAEO

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Nobelpreis für Mohamed El Baradei und die IAEO

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Fernsehkameras zeigen Mohamed El Baradei zumeist hinter dem Namensschild der UN-Organisation, die er leitet. Der 63-jährige Ägypter ist Diplomat, von Beruf und offensichtlich auch aus Berufung. Sein Credo: Nicht Gewalt – sondern Kontrolle und Diplomatie können die Staatengemeinschaft zum Ziel führen.

Seit er 1997 die Leitung der in Wien ansässigen IAEO vom Schweden Hans Blix übernahm, hat sich Baradei damit nicht nur Freunde gemacht.Umweltschützer etwa kritisieren ihn als zu diplomatisch. Aber Baradei kann auch anders:Als es im UN-Sicherheitsrat 2003 um Krieg oder Frieden ging, gab er dem Druck der USA-Regierung nicht nach, die ihn drängte, Beweise für irakische Atomwaffen und damit den gewünschten Kriegsgrund zu liefern.“Wir haben keine Beweise gefunden für andauernde verbotene atomare Aktivitäten im Irak”, sagte er. “Unsere Erfahrung zeigt, dass es teilweise möglich ist, mit einem Überprüfungssystem vor Ort das Vorhandensein eines Kernwaffenprogrammes in einem Staat auch dann zu beweisen, wenn der nicht zuvollständiger Zusammenarbeit bereit ist.”

Zur “internationale Atompolizei” ist die IAEO erst mit dem Atomwaffensperrvertrag von 1970 geworden.Gegründet wurde sie 1957 als autonome Organisation im Rahmen des UNO-Systems, um die friedliche Nutzung der Kernenergie zu fördern.Das war in jener fernen Zeit ungebremsten Fortschrittsglaubens.Damals konnte sich noch niemand vorstellen, dass Staaten wie Indien, Pakistan, Israel einmal zu Atommächten aufsteigen, dass arbeitslose russische Fachleute auf dem Schwarzmarkt ihr Wissen und die Zutaten zum Bombenbau verkaufen würden.Dagegen hilft nur Aufdecken.Das tun Mohamed El Baradei und seine Mitarbeiter.