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Der Forschungssatellit Cryosat der Europäischen Raumfahrtagentur EAAS ist offenbar kurz nach dem Start ins Meer gestürzt

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Der Forschungssatellit Cryosat der Europäischen Raumfahrtagentur EAAS ist offenbar kurz nach dem Start ins Meer gestürzt

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Das erklärte der Chef der russischen Raumfahrt-Behörde Oleg Gromov gegenüber der Nachrichtenagentur Itar-Tass. Der Satellit war planmäßig vom Kosmodrom von Plessetsk aus gestartet. Eine russische Rockot-Rakete sollte ihn ins All bringen. Mit ihm wollte die Europäische Raumfahrtagentur ESA den Klimawandel und seine Auswirkungen erforschen. Nach dem Start war das gut eineinhalb Stunden nach dem Abheben erwartete Signal ausgeblieben. Offenbar hatte sich der Satellit nicht von der letzten Stufe des Startvehikels gelöst.

Cryosat sollte drei Jahre lang per Radar die Eisflächen an den Polen vermessen, bis auf drei Zentimeter genau. Die Mission sollte vom ESA-Kontrollzentrum in Darmstadt aus gesteuert werden und kostet 136 Millionen Euro. Eine radikale, unumkehrbare Erwärmung der Erde könnte dazu führen, daß das ewige Eis der Arktis bis zum Ende dieses Jahrhunderts völlig abschmilzt. Klimamodelle sagen eine Erderwärmung um bis zu 5,6 Grad im laufenden Jahrhundert voraus. Mögliche Folgen: Der Meerwasserspiegel könnte erheblich steigen. Meeresströmungen könnten ihre Richtung ändern – mit gravierenden Folgen für Klima, Flora und Fauna. Bliebe zum Beispiel der Golfstrom aus, könnte sich Europa trotz der Erderwärmung in ein Kühlhaus verwandeln. Wie stark heute schon Eis am Nord- und Südpol taut – darüber gibt es bisher keine verlässlichen Erkenntnisse. (Cryosat war die erste Mission eines 1998 auf den Weg gebrachten Programms der ESA zur Erderkundung. Nach der Erforschung der Polkappen sollten in den kommenden Jahren unter anderem der Salzgehalt der Meere und die Bodenfeuchte der Festlandmassen bestimmt werden.)