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Spanien und Marokko wegen Abschiebung afrikanischer Flüchtlinge kritisiert

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Spanien und Marokko wegen Abschiebung afrikanischer Flüchtlinge kritisiert

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Internationale Menschenrechtsorganisationen haben die Abschiebung afrikanischer Flüchtlinge aus den spanischen Nordafrika-Exklaven Ceuta und Melilla kritisiert. Spanien begann mit den Abschiebungen am Freitag, nachdem Marokko zuvor seine Weigerung aufgegeben hatte, abgeschobene Flüchtlingen aus Drittländern wiedereinreisen zu lassen. Die Afrikaner werden von der Polizei offenbar in entlegene Wüstengebiete verbracht. Sie seien innerhalb von sechs Tagen siebenhundert Kilometer weit gelaufen, sagt dieser Flüchtling. Die von der Polizei aufgegriffenen Afrikaner werden neuerdings offenbar weit im Süden des Landes abgesetzt.

Die Hilfsorganisation “Ärzte ohne Grenzen” fand nach eigenen Angaben etwa fünfhundert Migranten in der Sahara, an der Grenze zu Algerien. Die marokkanische Polizei hatte sie dorthin gebracht. Unter den Flüchtlingen waren auch Kinder und schwangere Frauen. Marokko äußerte sich nicht zu Vorwürfen, Flüchtlinge in der Wüste auszusetzen. Rabat hatte sich häufig beklagt, dass die Europäische Union keine ausreichende Hilfe zur Verfügung stelle. Am Freitag traf eine EU-Mission in Ceuta und Melilla ein, um die Verhältnisse zu prüfen. Die EU-Innenminister wollen die Ergebnisse bei ihrem nächsten Treffen in der kommenden Woche in Luxemburg erörtern.