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H5V1 - das Virus, das Angst macht

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H5V1 - das Virus, das Angst macht

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Hier auf dem Geflügelmarkt von Hongkong hat sich zum ersten mal ein Mensch mit Vogelgrippe angesteckt. Oder zumindest wurde hier 1997 der erste Fall nachgewiesen. Seitdem mutierte das wissenschaftliche Kürzel “H5V1” zum Schreckenssymbol. Vor 8 Jahren zählte man 18 erkrankte Personen und 6 Tote. Hongkong war in Panik. Da half alles Putzen nichts mehr. Den Wissenschaftlern blieb nur die schwerwiegende Feststellung.” Es ist möglich, dass beides – sowohl die Ansteckung von Vogel zu Mensch wie auch von Mensch zu Mensch stattfinden könnte.”

Könnte. In diesem Konjunktiv liegen Angst wie Hoffnung. In Hongkong konnte damals eine weitere Ausbreitung mit drastischen Hygienemaßnahmen verhindert werden. Die traditionellen asiatischen Geflügelmärkte, wo die Tiere dicht bei dicht angeboten werden, stellen das ideale Klima für die Übertragung von Krankheiten dar. Das Virus hatte wohl eine Weile geschlafen, ehe es 2003/2004 wieder aktiv wurde, diesmal gleich in acht asiatischen Ländern und 2005 erreichte es dann Mittelasien, Russland und die Türkei. Die Weltgesundheitsorganisation hatte schon im Januar 2004 Alarm geschlagen. Es zirkuliere ein nachweislich auf den Menschen übertragbares Virus. Rund hundert Millionen Enten wurden geschlachtet – trotz den traten weitere Fälle auf – und die ersten Menschen starben daran.

Die offizielle Bilanz der WHO, vorgelegt am 29. September, spricht von 116 erkrankten Menschen seit Januar 2004 – und von 60 Todesfällen. Die konzentrieren sich auf Vietnam, Kambobscha, Thailand und Indonesien. Das heißt, mit dem Abschlachten ganzer Bestände wurde das Virus nicht ausgerottet.H5V1 hat nun durch die Zugvögel eine neue Verbreitungsrichtung gefunden.