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Seuchengefahr und zu wenig Hilfe für pakistanische Erdbebenopfer

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Seuchengefahr und zu wenig Hilfe für pakistanische Erdbebenopfer

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Drei Tage nach dem verheerenden Erdbeben in Pakistan ist die Lage in den betroffenen Regionen kritisch. Rund 40.000 Menschen wurden getötet, mindestens ebenso viele verletzt. Unter den Trümmern der Häuser liegen möglicherweise noch Zehntausende Tote. Ärzte warnen vor dem Ausbruch von Seuchen wegen der zahlreichen unbestatteten Leichen und der katastrophalen hygienischen Verhältnisse.

Das Epizentrum des Bebens lag nahe der pakistanisch-indischen Grenze – in einem nur schwer zugänglichen, bergigen Gebiet. Noch immer sind viele Straßen blockiert; nur langsam dringen die Hilfstruppen in den Norden Pakistans vor. Kämpfe um die spärlichen Lebensmittel und Wasser sind im Krisengebiet mittlerweile an der Tagesordnung. “Hier gibt es nichts”, beklagt ein Dorfbewohner. “Man hat uns gesagt, es würden viele Teams mit Helikoptern und Bussen und Rettungswagen kommen und uns helfen, aber niemand ist hier.” Und das trotz einer weltweiten Welle der Hilfsbereitschaft: Zahlreiche Länder entsandten Rettungs- und Bergeteams, Transporthubschrauber und Soldaten, und sogar aus Indien, dem einstigen Erzfeind Pakistans, kommt eine Lieferung mit Hilfsgütern. Aber das Gebiet im Norden Pakistans ist schwer zu erreichen, auch wenn die Straßen nach und nach wieder befahrbar sind. “Immer, wenn eine Katastrophe geschieht, braucht es Zeit, bis man die Menschen erreicht”, erklärten Soldat. “Das dauert mindestens 48 Stunden. Außerdem waren die Straßen versperrt und es gab viele logistische Probleme.” Aber die Zeit drängt: Die Verletzten brauchen medizinische Versorgung, die Obdachlosen sind auf Zelte, Wasser und Nahrungsmittel angewiesen. Rund 2,5 Millionen Menschen, so schätzen Hilfsorganisationen, haben durch das Beben ihr Heim verloren. Zahlreiche Nachbeben von ungewöhnlicher Stärke versetzen die Menschen zusätzlich in Angst und Schrecken – und diese Nachbeben können laut Experten noch bis zu drei Monate andauern.