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Wahlen in Liberia: Fußballstar gegen Weltbank-Ökonomin

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Wahlen in Liberia: Fußballstar gegen Weltbank-Ökonomin

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Nach 14 Jahren Bürgerkrieg beginnen heute in Liberia die ersten demokratischen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen. Vor allem zwei Kandidaten haben gute Aussichten auf das Präsidentenamt: Der ehemalige Fußballstar George Weah und die Harvard-Absolventin Ellen Johnson-Sirleaf, die Wunschkandidatin der internationalen Gemeinschaft.

Seit der langjährige Präsident des Landes George Taylor wegen des Vorwurfs von Kriegsverbrechen im August 2003 ins nigerianische Exil geschickt wurde, wird das Land von einer Übergangsregierung geleitet. Aber auch dieser werfen Beobachter Korruption und Missmanagement vor. Zudem leidet Liberia noch immer unter den Folgen des Bürgerkrieges, der mehr als 300.000 Todesopfer forderte. Erst vor kurzem warnte UNO-Generalsekretär Kofi Annan vor einem Rückfall in die Zeiten von Krieg und Gewalt. Der neue Staatschef wird daher vor allem die Aufgabe haben, das völlig verarmte Land wieder aufzubauen und zu stabilisieren. Rund 1,3 Millionen Menschen sind wahlberechtigt; 22 Kandidaten bewerben sich um das Amt des Präsidenten. George Weah, von seinen Landsleuten “King George” genannt, gilt als Favorit. Er war einst Stürmer beim AC Mailand und Weltfußballer des Jahres 1995 – ein Nationalheld, allerdings ohne politische Erfahrung und mit dubiosen Beratern an seiner Seite. Die internationale Gemeinschaft freilich hofft auf einen Sieg von Ellen Johnson-Sirleaf. Die Ökonomin arbeitete bereits bei der Weltbank und der UN. Aber auch ihre Weste ist nicht ganz rein – sie unterstützte für kurze Zeit den Ex-Präsidenten Charles Taylor. Erwartet wird, dass keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreicht – in diesem Fall käme es im November zu einer Stichwahl.