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Deutschland und die Türkei

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Deutschland und die Türkei

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Das lässt sich nicht mehr trennen – schon wegen der vielen Türken, die dauerhaft in Deutschland leben. 2-einhalb Millionen sollen es inzwischen sein.Sie kamen in den 60er Jahren, als die Bundesrepublik Arbeitskräfte brauchte.“Gastarbeiter” nannte man sie damals. Aber viele der Gäste blieben.Söhne und oft auch Töchter lernten deutsch, machten eine Ausbildung.So mancher gründete seine eigene kleine Firma, es entstanden nicht nur Gemüse- und Lebensmittelläden zur Versorgung der eigenen Landsleute.Hayati Önel – seit 16 Jahren deutscher Staatsbürger – führt eine Druckerei mit 18 Angestellten.Er betont, wie wichtig die EU-Mitgliedschaft der Türkei für die inzwischen rund 60.000 türkischen Mittelständler in Deutschland ist.Viele möchten in der alten Heimat investieren, während Unternehmer aus der Türkei gern in EU-Ländern investieren würden. Da ist es nicht verwunderlich, dass die SPD mit Gerhard Schröder von den meisten Wählern türkischer Herkunft bevorzugt wird.Was er bei seinem Treffen mit seinem türkischen Amtskollegen sagte, entspricht den Wünschen der meisten in Deutschland lebenden Türken, egal welchen Pass sie inzwischen zum Reisen nutzen: “ Seit 40 Jahren ist der Türkei immer wieder von allen deutschen Regierungen gesagt worden, dass der Näherungsprozeß den Betritt zur EU zur Perspektive hat und die Erwartungen, die damit geweckt worden sind, können und dürfen nicht enttäuscht werden. Das liegt im geopolitischen Interesse Europas und Deutschlands. Das liegt auch im nationalen Interesse Deutschlands.”

Die Vorbehalte der christ-demokratischen Parteichefin hören die Türken in Deutschland nicht so gern.Angela Merkels Standpunkt lautet: “ Die Europäische Union kann nicht grenzenlos sein. Und deshalb sind wir der festen Überzeugung, dass wir der Türkei nicht versprechen können, Vollmitglied in der EU zu werden, sondern dass wir eine priviligierte Partnerschaft anstreben.” In Gegenden wie Berlin-Neukölln, wo nur wenige Straßenzüge die in die deutsche Gesellschaft integrierten Türken von der Parallelgesellschaft im Rollbergviertel trennen, hört man jetzt oft, wenn die EU die Türkei nicht will, werde das der Integration schaden.