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Emotionaler Abschied: Schröder gibt Rückzug aus der Regierung bekannt

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Emotionaler Abschied: Schröder gibt Rückzug aus der Regierung bekannt

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Der deutsche Noch-Bundeskanzler Gerhard Schröder hat nach siebenjähriger Amtszeit offiziell seinen Rückzug aus der Regierung bekannt gegeben. Bei einem Gewerkschaftskongress in Hannover zeigte sich Schröder sichtlich bewegt: “Ich werde der nächsten Bundesregierung nicht angehören”, sagte er. “Definitiv nicht. Aber Euer Empfang hat mir eines klar gemacht: Ich möchte weiterhin bei Euch bleiben. Ich weiß, wo ich herkomme, und deshalb weiß ich, wo ich hingehöre.” Der Kurs der Reform-Agenda 2010 müsse auf alle Fälle fortgesetzt werden, sagte Schröder. Seiner Nachfolgerin Angela Merkel sicherte er seine volle Unterstützung zu – und fügte hinzu, dies sei nicht als Drohung gemeint.

Etwas später wurde bekannt, dass der bisherige SPD-Vorsitzende Franz Müntefering Vizekanzler und Arbeitsminister werden soll. Das Ressort ist für die SPD besonders wichtig – vor allem hier will sie ihr sozialdemokratisches Profil in der neuen Regierung deutlich machen. Unklar ist noch, wer an Münteferings Stelle die Führung der SPD übernehmen soll – als Favorit wird der frühere Verteidigungsminister Peter Struck genannt. Außerdem gilt als sicher, dass der ehemalige Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Peer Steinbrück, das Finanzministerium übernehmen soll – jener Mann also, der als Ministerpräsident eine der schwersten Wahlniederlagen der SPD eingefahren hatte. Nach den Verlusten in Nordrhein-Westfalen hatte Kanzler Schröder die vorgezogenen Neuwahlen provoziert. Insgesamt acht Ministerien soll die SPD im Kabinett der neuen Kanzlerin Angela Merkel bekommen. Die Aufteilung wird in der Union nicht allgemein begrüßt, erhält doch der Koalitionspartner mehrere wichtige Schlüsselressorts. Merkel jedenfalls steht wohl eine nicht einfache Kanzlerschaft bevor. Die SPD-Parteispitze wie auch der Vorstand der Unionsfraktion wollen am DonnerstagEinzelheiten für die Koalitionsverhandlungen festlegen. Am Nachmittag wird Franz Müntefering voraussichtlich auch die Namen weiterer SPD-Minister bekannt geben.