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Tod des syrischen Innenministers wirft Schatten auf Präsident Assad

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Tod des syrischen Innenministers wirft Schatten auf Präsident Assad

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Nach dem wahrscheinlichen Selbstmord des syrischen Innenministers Ghasi Kanaan drei Wochen nach seiner Befragung im Mordfall Hariri hat der syrische Präsident Baschar al-Assad jeglichen Verdacht einer staatlichen Verwicklung zurückgewiesen. Al-Assad erklärte, er selbst habe das Attentat auf Hariri nicht angeordnet und unterstütze im Gegenteil die UN-Untersuchung zur Aufklärung des Falles. Sollten syrische Stellen in den Hariri-Mord verwickelt sein, sei dies Verrat.

General Kanaan war früher Chef des syrischen Geheimdienstes im Libanon gewesen. Deshalb galt er als möglicher Drahtzieher des Mordes an Hariri, weil dieser den Libanon von syrischem Einfluß lösen wollte. US-Präsident George W. Bush sagte als Reaktion auf den Tod Kanaans, es sei sehr wichtig für Syrien, zu verstehen, dass die freie Welt die Demokratie im Libanon respektiere. Deshalb erwarte sie, dass auch Syrien diese respektiere. Der Mord an dem ehemaligen libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri im Februar hatte in Libanon zu einer anti-syrischen Kampagne geführt. Auf Druck der Vereinten Nationen sahen sich die Syrer schließlich im vergangenen April gezwungen, ihren Geheimdienst und die restlichen Truppen abzuziehen, die seit dem Bürgerkrieg in Libanon stationiert waren. Die Urheber des Attentats sind bis heute nicht gefunden. Nach dem Tod des syrischen Innenministers fragen sich viele Menschen im Libanon, ob es tatsächlich ein Selbstmord war oder ob Kanaan nur als Bauernopfer der wirklichen Hintermänner im Mordfall Hariri anzusehen ist.