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Vogelgrippe-Experten der EU begutachten Risikogebiete

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Vogelgrippe-Experten der EU begutachten Risikogebiete

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Die Europäische Union hat Vogelgrippe- Experten in die Türkei, nach Rumänien und Bulgarien geschickt, die sich an Ort und Stelle ein Bild von den Gefahren und den Gegenmaßnahmen verschaffen sollen. Noch stellt die Vogelgrippe keine unmittelbare Bedrohung für die Menschen dar.

Seit in Rumänien und der Türkei der gefährliche Erreger H5N1 festgestellt wurde, hat die EU Geflügelimporte aus diesen Ländern untersagt. Weil die Krankheit im Donaudelta ausbrach, herrscht kein Zweifel daran, dass sie von Zugvögeln auf ihrem Weg von Russland in den Süden eingeschleppt wurde.

Philippe Houdart, Chef des Krisenmanagements in der belgischen Ernährungsbehörde: “Die Krankheit ist im Moment vor allem ein tierärztliches Problem. Für uns ist das im Moment kein Problem der menschlichen Gesundheit. Deshalb hat die EU Veterinär-Experten in die betroffenen Regionen geschickt, keine Human-Mediziner.” Die EU-Außenminister werden das Problem am Dienstag wähernd eines Treffens in Luxemburg diskutieren. Die Gesundheitsminister treffen sich an Donnerstag und Freitag in Großbritannien.

Gleichzeitig mit den Vorsichtsmaßnahmen wächst in Europa die Hysterie. Allein in Deutschland wollen sich fast drei Millionen Menschen mehr als im Vorjahr gegen Grippe impfen lassen. Obwohl die Impfung keinen Schutz gegen die Vogelgrippe bietet. Der Schweizer Pharmakonzern Roche, der das Antigrippe-Medikament Tamiflu produziert, hat derweil auf den politischen Aktionismus reagiert: Die Produktion des Medikaments dauere zwölf Monate. Regierungen, die jetzt erst bestellten, müßten sich auf Wartezeiten einrichten. Das Unternehmen hat nach Zeitungsberichten drei Millionen Packungen an die Weltgesundheitsorganisation geliefert,gut 20 000 Packungen für Rumänien und die Türkei reserviert. Die Wirksamkeit des 56 Euro teuren Medikaments gegen die Vogelgrippe ist bisher nicht nachgewiesen. Einige Schweizer und französische Apotheken sind trotzdem bereits ausverkauft. Die Alarmstimmung dürfte bis Mite Dezember anhalten – dann haben die letzten Zugvögel Europa in Richtung Süden durchquert.