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Deutschland verhängt Stallpflicht für Geflügel

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Deutschland verhängt Stallpflicht für Geflügel

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Die Vogelgrippe breitet sich weiter aus: im rumänischen Donaudelta wurde ein zweiter Infektionsherd bestätigt, ebenso 300 Kilometer südlich der russischen Stadt Moskau im Gebiet Tula. Die Verdachtsfälle in der Ägäis und Mazedonien werden noch untersucht. Auch im Fernen Osten breitet sich die Geflügelpest aus. In der inneren Mongolei sind tausende Vögel der Virusinfektion zum Opfer gefallen.

Trotz des Vordringens der Geflügelpest hat die Europäische Union vor Panikmache gewarnt. Selbst bei der für Menschen gefährlichen Virus-Variante H5N1, die sich aus Ostasien über Russland nun auch in der Europäischen Union breit macht, sei das Risiko einer Infektion gering, so das Europäische Zentrum für Seuchenbekämpfung in Stockholm. Als symbolischen Akt gegen die Verunsicherung der Bevölkerung aß der griechische Gesundheitsminister Nikitas Kaklamanis auf der von der Geflügelpest betroffenen Ägäis-Insel Oinousses demonstrativ ein Geflügelgericht. Europaweit horten viele Menschen inzwischen Grippemedikamente, obwohl deren Nutzen gegen die Geflügelpest nur gering ist und bereits existierende Viren dagegen resistent werden könnten. Experten empfehlen deshalb, sich nur gegen die normale saisonale Grippe impfen zu lassen. Eine generelle Stallpflicht für das Geflügel in der Europäischen Union ist weiterhin nicht vorgesehen. Das deutsche Bundesverbraucherministerium in Berlin ordnete jetzt aber per Eil-Verordnung eine landesweite Stallpflicht für Geflügel ab Samstag an, nachdem bislang nur einzelne Bundesländer diese Vorsichtsmaßnahme treffen wollten. Unterdessen haben ungarische Wissenschaftler bestätigt, dass ein von ihnen entwickelter Impfstoff gegen den Vogelgrippe-Virus erfolgreich an Testpersonen getestet wurde.