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Prozess gegen Saddam Hussein vertagt - Ex-Diktator bekennt sich nicht schuldig

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Prozess gegen Saddam Hussein vertagt - Ex-Diktator bekennt sich nicht schuldig

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Im Irak ist der mit Spannung erwartete Prozess gegen Saddam Hussein nach dreistündiger Verhandlung auf Ende November vertagt worden. Der Ex-Diktator muss sich wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit verantworten. Im Falle einer Verurteilung droht im die Todesstrafe.Der 68-Jährige erklärte sich für unschuldig und machte von Anfang deutlich, dass er das Gericht nicht anerkennt. Er weigerte sich trotz mehrerer Nachfragen des Richters, Angaben zu seiner Person zu machen. Er sagte lediglich: “Ich bin der Präsident des Irak”.

Saddam Hussein war vor zweieinhalb Jahren entmachtet worden, als britische und amerikanische Truppen im Irak einmarschiert waren. Nach einer monatelangen Suche hatten US-Soldaten ihn schließlich in einem Kellerloch im Norden des Landes gefasst.In dem Prozess, der an diesem Mittwoch begonnen hat, geht es zunächst um ein Massaker in der Stadt Dedscheel. Dort wurden im Jahr 1982 nach einem missglückten Anschlag auf Saddam Hussein mehr als 140 Männer und Jungen hingerichtet. Der Fall wurde ausgewählt, weil die Beweislage eindeutig erscheint. Ausserdem wird dem Ex-Diktator und seinen sieben Mitangeklagten vorgeworfen, den Einsatz von Giftgas gegen kurdische Zivilisten und die Tötung zehntausender Schiiten angeordnet zu haben. Geleitet wird der Prozess von dem kurdischen Richter Dadschar Mohammed Amin. Seine Identität wurde aus Sicherheitsgründen erst unmittelbar vor Prozessauftakt bekannt gegeben. Ihm stehen vier weitere Richter zur Seite, die aber aus Furcht vor Racheakten anonym blieben. Der Prozess fand unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Der Prozess soll nun am 28. November fortgesetzt werden. Die Verteidigung hatte einen Aufschub von drei Monaten verlangt, um sich besser auf das Verfahren vorbereiten zu können. Der Richter begründete die Verschiebung aber damit, dass nicht alle Zeugen erschienen waren.