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Diktator vor Gericht: Saddam Hussein zeigt keine Reue

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Diktator vor Gericht: Saddam Hussein zeigt keine Reue

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Der Prozess gegen den ehemaligen irakischen Diktator Saddam Hussein, der am Mittwoch begonnen hat, stößt bei seinen Landsleuten auf großes Interesse. Überall im Irak verfolgten zahlreiche Menschen die Übertragung des ersten Verhandlungstages im Fernsehen. Viele von ihnen haben unter dem Terrorregime Familienmitglieder oder Freunde verloren. “Er hat uns und unsere Söhne zu Waisen gemacht”, klagt eine Frau, “er hat uns unsere Männer weggenommen.”

Währenddessen zeigte sich Saddam Hussein selbst vor Gericht unbeeindruckt. Gleich zu Beginn der Verhandlung erklärte sich der 68-jährige für nicht schuldig und machte deutlich, dass er die Autorität des Gerichts nicht anerkenne: Er weigerte sich, seinen Namen zu nennen und beharrte darauf, dass er der Präsident des Irak sei. Insgesamt müssen sich Saddam Hussein und sieben Mitangeklagte in 12 Anklagepunkten rechtfertigen. Im ersten Teil des Verfahrens geht es um ein Massaker in der schiitischen Stadt Dedscheel mit mehr als 140 Toten. Der Prozess wurde nach rund drei Stunden auf den 28. November vertagt. Allgemein wird die Todesstrafe für den Ex-Diktator erwartet – und viele Iraker hoffen auf dieses Urteil. “Das Tribunal soll Saddam nach den Massengräbern befragen”, fordert ein Mann, “und es soll ihn fragen, warum er das getan hat.” Aber nicht alle Iraker sind dieser Meinung. In Saddam Husseins Heimatstadt Tikrit demonstrierten seine Anhänger gegen den Prozess. US-Soldaten und irakische Polizisten lösten die Kundgebung auf. Viele Sunniten halten den Prozess nur für einen Versuch, alte Rechnungen zu begleichen. Menschenrechtler befürchten außerdem, das Verfahren könnte allzu willkürlich geführt werden, da es ausschließlich von irakischen Richtern geleitet wird.