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Saddam-Prozess stößt bei Irakern auf geteiltes Echo

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Saddam-Prozess stößt bei Irakern auf geteiltes Echo

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Einen Tag nach dem Prozessauftakt gegen den irakischen Ex-Diktator Saddam Hussein prägen Berichte über das Verfahren die Titelseiten der Zeitungen im Zweistromland. Die Artikel spiegeln die gemischten Gefühle der Iraker wieder, angesichts eines Tribunals unter Besatzungstruppen, in einer Zeit der Dauerkrise und der nicht enden wollenden Gewalt.

Der Iraker Ala Ahmed sagte, wenn anstelle von Saddam ein normaler Bürger vor Gericht gestanden hätte, wäre er bereits mehrfach hingerichtet worden. Man habe Saddam zu tolerant behandelt. Das sei eine Komödie gewesen, meint Ali Jaboor. Man habe das Gesagte nur schlecht verstanden. Es sei kein gutes und faires Verfahren gewesen. Andernfalls hätte man Saddam zum Tode verurteilt. Das fordere auch er. Viele Iraker begrüßen das Verfahren. Nach Jahrzehnten der Unterdrückung widerfahre ihnen endlich Gerechtigkeit, so eine weitverbreitete Meinung. Abdul-Ghafour Ahmad ist jedoch anderer Ansicht: “Es ist nicht richtig, dass die irakischen Behörden einen irakischen Bürger vor Gericht stellen, solange sie mit den Amerikanern zusammenarbeiten.” Das Verfahren gegen den irakischen Ex-Diktator war gestern nach dreistündiger Verhandlung auf Antrag der Verteidigung auf den 28. November vertagt worden. Saddam Hussein ist wegen zwölf Gräueltaten angeklagt, die während seiner jahrzehntelangen Herrschaft verübt wurden. Nach irakischem Gesetz drohen dem 68-Jährigen und den sieben Mitangeklagten die Todesstrafe.