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Nach irakkritischen Äußerungen: Angespannte Stimmung beim US-Besuch Berlusconis

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Nach irakkritischen Äußerungen: Angespannte Stimmung beim US-Besuch Berlusconis

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Angespannte Gesichter aber demonstrative Einigkeit – Trotz der kritischen Äußerungen des italienischen Regierungschefs zum Irak-Krieg haben Silvio Berlusconi und US-Präsident George W. Bush die Freundschaft zwischen ihren Ländern betont. Vor der Öffentlichkeit wollten sie das jedoch nicht tun – eine ursprünglich angesetzte gemeinsame Pressekonferenz wurde abgesagt. Angesprochen auf einen möglichen Abzug der italienischen Truppen aus dem Irak sagte Berlusconi lediglich, Bush sei sich bewusst, dass die italienische Opposition im Falle eines Siegs bei den Parlamentswahlen im kommenden Frühjahr die Truppen zurückholen wolle.

Italien gilt als enger Verbündeter der USA und hat rund 3000 Soldaten im Irak stationiert. Berlusconi hatte im Vorfeld seines Washington-Besuchs mit der Äußerung überrascht, er habe mehrmals vergeblichversucht, Bush von einer militärischen Intervention im Irak abzuhalten. Da der Großteil der Italiener für einen Truppenabzug ist und Berlusconi in den Umfragen weit zurück liegt, werteten Beobachter diese Aussage als Wahlkampfmanöver. Berlusconi bestritt außerdem erneut eine italienischeBeteiligung an der Affäre um ein gefälschtes Geheimdienstdossier. Die manipulierten Informationen über einen Uranhandel zwischen Niger und dem Irak stammten aus Großbritannien. Die Zeitung La Repubblicca hatte berichtet, ein afrikanischer Diplomat in Rom habe aus Geldnot das falsche Dossier verfasst und es an den italienischen Geheimdienst verkauft. Dieser habe es dann an die USA und an Großbritannien weiter gegeben.