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Britischer Arbeitsminister gibt auf

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Britischer Arbeitsminister gibt auf

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Der britische Arbeitsminister David Blunkett ist zurückgetreten. Blunkett ist offenbar über seine Beteiligung an einer Biochemie-Firma gestolpert. Erst im vergangenen Jahr war er nach einer Affaire mit einer verheirateten Frau als Innenminister zurückgetreten. Danach wurde er Direktor des besagten Biotech-Unternehmens. Doch nur kurz später, nach den Wahlen im Mai dieses Jahres, holte ihn Premierminister Tony Blair zurück ins Kabinett.

Die Vorwürfe, die Blunkett nun gemacht wurden, sind verschiedener Art: Erstens habe er den Direktoren-Posten ohne Konsultation mit dem Ethik-Ausschuss angenommen. Zweitens besitze er immer noch Anteile an der Firma DNA Bioscience – ein Interessenkonflikt. Der Abgeordnete Chris Grayling von der Opposition sagte, es gebe immer noch offene Fragen über private Treffen zwischen Blunkett und Mitarbeitern von DNA Bioscience, nachdem der Politiker in die Regierung zurückgekehrt sei. Die Regeln seien jedoch klar: Man müsse alle Beziehungen mit geschäftlichen Interessen beenden. Und wenn Herr Blunkett sich weiter mit diesen Leuten getroffen habe – und seine Ex-Freundin sagt, bei den Treffen sei es um Geschäftliches gegangen – dann sei dies ein ernstes Vergehen.

Da reichte wohl auch die Ankündigung Blunketts, er werde die Aktienanteile seines ehemaligen Arbeitgebers verkaufen, nicht mehr. Der Rücktritt des Arbeitsministers ist ein Schlag für Premierminister Tony Blair, der sich bis zuletzt hinter ihn gestellt hatte.