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Großbritannien: Tony Blair gerät zusehends unter Druck

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Großbritannien: Tony Blair gerät zusehends unter Druck

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Schwierige Zeiten für die britische Regierung – und vor allem für Premierminister Tony Blair. Bei der Kabinettsitzung am Donnerstag wurde zwar “business as usual” demonstriert, aber erst am Vorabend hatte Blair im Parlament seine erste Abstimmungsniederlage nur knapp vermieden:

Die Entscheidung über die Anti-Terror-Gesetze wurde verschoben. Vor allem die Regelung, dass Verdächtige ohne Haftbefehl bis zu 90 Tage festgehalten werden können, stößt bei einigen Regierungsmitgliedern auf Widerstand. Nun will die Regierung in weiteren Beratungen einen Kompromiss suchen.

Mittlerweile werden auch Stimmen laut, die Blairs vorzeitigen Rückzug fordern. Ein möglicher Nachfolger wäre Schatzmeister Gordon Brown, der als “ewiger Zweiter” schon länger auf seine Chance wartet. Der Rücktritt von Sozial- und Arbeitsminister David Blunkett war ein weiterer Tiefschlag für Tony Blair. Blunkett, der das Kabinett schon einmal wegen eines Skandals verlassen hatte und erst vor wenigen Monaten zurückgekehrt war, galt als enger Vertrauter Blairs. Er trat nun erneut zurück, nachdem ihm die Opposition vorgeworfen hatte, einen Direktorenposten angenommen zu haben, ohne zuvor den Ethik-Ausschuss der Regierung zu konsultieren.