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Kein Ende der Krawalle in Pariser Vorstädten

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Kein Ende der Krawalle in Pariser Vorstädten

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In der siebten Nacht in Folge seit dem Unfalltod von zwei Jugendlichen hält die Gewalt in Pariser Einwanderervororten an. In rund zehn Gemeinden kam es erneut zu Ausschreitungen und Brandstiftungen. Sozialarbeiter berichten, die randalierenden Jugendlichen nutzen nun die Chance, endlich einmal im Rampenlicht zu stehen und auf die soziale Misere in den Einwanderervorstädten hinzuweisen. In Bobigny nordöstlich von Paris wurde ein Einkaufszentrum teilweise verwüstet. Die etwa 40 vermummten Randalierer griffen auch Verkäuferinnen an. In Blanc-Mesnil ging eine Sporthalle in Flammen auf und und eine leer stehende Polizeiwache verwüstet. In Aulnay sous Bois wurden Fahrzeuge und eine Autohandlung angesteckt. Mehrere Hundertschaften Polizei lieferten sich Straßenschlachten mit Steinewerfern. Unterdessen sorgen die Randalen in der französischen Regierung für Zündstoff. Der französische Innenminister Nicolas Sarkozy sei ein Provokateur, sagen diese Jugendlichen.

Nicolas Sarkozy hatte mit seiner Rede vom “Gesindel” in den Vorstädten für Streit auch in den eigenen Reihen gesorgt. Die Regierung wird die öffentliche Ordnung sicherstellen, sagte Premierminister Dominique de Villepin im Parlament. Und dies sei die schwierige Aufgabe von Nicolas Sarkozy. Der Machtkampf in den Pariser Vorstädten wird damit von dem in der französischen Regierung überlagert. Auslöser der Gewalt war vor einer Woche der Tod zweier Jugendlicher gewesen, die sich vor der Polizei im Bereich eines Transformators verstecken wollten und von Stromschlägen getötet worden.