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Prozessauftakt gegen mutmaßliche Islamisten in Brüssel

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Prozessauftakt gegen mutmaßliche Islamisten in Brüssel

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Unter starken Sicherheitsvorkehrungen hat in Brüssel hat der Prozess gegen 13 mutmaßliche Anhänger der Terrorgruppe “Islamischer Kampf Marokko” begonnen. Ihnen wird vorgeworfen, an den Vorbereitungen der Anschläge von Madrid, Casablanca und Riad beteiligt gewesen zu sein. Waffen oder Sprengstoff waren nicht gefunden worden, als die Verdächtigen bei einer landesweiten Durchsuchungsaktion im Juni 2004 festgenommen wurden. Die Beweislage ist entsprechend schwierig, dennoch sei ein Prozess gerechtfertigt, hieß es seitens der belgischen Staatsanwaltschaft. Belgien sei wegen seiner offenen demokratischen Strukturen möglicherweise zeitweise zu einem Unterschlupf für Terroristen geworden.

Die Anwältin eines der Angeklagten wies darauf hin, dass ihrem Mandanten zwar die Vorbereitung eines terroristischen Aktes vorgeworfen werde. Man wisse aber weder um welchen es sich handle, noch wo und wann er stattgefunden haben soll. Die Staatsanwaltschaft verwies unter anderem auf Verbindungen der Angeklagten zu Youssef Belhadj, der die Bekennervideos bei den Anschlägen von Madrid am 11. März 2004 gedreht haben soll. Damals waren 191 Menschen getötet worden. Die belgischen Behörden haben Belhadj inzwischen an Spanien ausgeliefert. Außerdem sollen die Angeklagten, die Belgier marokkanischer Herkunft sind, den Anschlag von Casablanca mit vorbereitet haben. Im Mai 2003 waren dabei 45 Menschen getötet worden. Im Falle einer Verurteilung drohen den Angeklagten Haftstrafen von bis zu zehn Jahren.