Eilmeldung

Eilmeldung

Endlose Gewalt in Paris

Sie lesen gerade:

Endlose Gewalt in Paris

Schriftgrösse Aa Aa

Eine weitere Nacht der Gewalt in Frankreich. Im Nordosten von Paris zündeten randalierende Jugendliche eine Lagerhalle sowie erneut zahlreiche Autos an, bewarfen Sicherheitskräfte mit Molotov-Cocktails und Steinen. Die Polizei nahm rund 30 Menschen fest. Die nächtlichen Unruhen griffen unterdessen auch auf anderen Landesteile über. In Dijon, südöstlich von Paris, und einigen südlichen Provinzen kam es zu Ausschreitungen. Die meisten Unruhen wurden jedoch erneut aus den Departement Seine-Saint-Denis gemeldet. Dort wurden durch die Krawalle fünf Menschen verletzt.

Die Regierung äußerte sich entschlossen, die Gewalt einzudämmen und stellte rund 1.000 zusätzliche Polizisten bereit. Auf einer Sondersitzung des Parlaments sagte Premierminister Dominique de Villepin, er akzeptiere nicht, dass organisierte Gangs die Kontrolle in den Straßen übernehmen würden, dass kriminelle Netzwerke von den Unruhen profitierten und die Starken die Schwachen einschüchterten. Einige Bürgermeister der Pariser Vororte stimmten bei einem Treffen mit de Villepin und Innenminister Nicolas Sarkozy dem Vorschlag zu, eine nächtliche Ausgangssperre zu verhängen, um die Ordnung wiederherzustellen. Der Vositzende der muslimischen Gemeinde des Pariser Vororts Aulnay-Sous-Bois, Iman Mohammed Hassi, rief die Randalierer unterdessen zur Beendigung der Gewalt auf. Die Ausschreitungen auf den Straßen und Einschüchterungen der Nachbarschaft brächten nichts ein. Die Gewalt hatte genau vor einer Woche begonnen, nach dem zwei Jugendliche, die sich von der Polizei verfolgt geglaubt hatten, in einem Transformatorenhaus durch Stromschläge getötet wurden.