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Wahlen in Aserbaidschan: Opposition klagt über Betrug

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Wahlen in Aserbaidschan: Opposition klagt über Betrug

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Die Aserbaidschaner haben ein neues Parlament gewählt. Rund 4,7 Millionen Menschen waren zu dem Urnengang aufgerufen. Ersten offiziellen Angaben zufolge sollen knapp 40 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben haben. Die Stimmung in der ehemaligen Sowjet-Republik war angespannt. Der Vorwurf der Wahlfälschung hing in der Luft. Der bisher autoritär regierende Präsident Ilcham Alijew betonte zwar in der Hauptstadt Baku, die Wahl sei “transparent und demokratisch”. Die Opposition jedoch forderte bereits, die Wahl wegen starker Unregelmäßgikeiten für ungültig zu erklären. Isa Gambar, einer der Chefs des Oppositionsbündnisses “Feiheit”, kündigte an, für Dienstag zu Protesten aufzurufen, wenn sich die Hinweise auf Betrug verdichteten. Und dann könne auch eine “orangene Revolution” nach dem Vorbild der Ukraine nicht ausgeschlossen werden, sagte der Vorsitzende der aserbaidschanischen Volksfront, Ali Kerimli. Insbesondere werfen die Oppositionsparteien der Regierung vor, das Volk nicht an den Gewinnen aus dem Ölgeschäft mit dem Westen teilhaben zu lassen. An der Küste des Kaspischen Meeres hat Aserbaidschan große Erdöl- und Gasvorkommen. Ab dem nächsten Jahr sollen die wertvollen Rohstoffe über eine neue Pipeline von Baku aus über Georgien in die Türkei gepumpt werden. Trotz des Ölreichtums lebt mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Aserbaidschan in Armut.