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Gewalt in Frankreich nimmt weiter zu

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Gewalt in Frankreich nimmt weiter zu

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Nach der elften Nacht mit Straßenkämpfen haben die Krawalle einen neuen Höhepunkt erreicht. Dabei kam auch erstmals ein Mensch ums Leben: Ein Mann erlag seinen Verletzungen, nachdem er von randalierenden Jugendlichen angegriffen worden war. Innenminister Nicolas Sarkozy traf sich unterdessen mit den betroffenen Stadtverwaltungen. Er sei überzeugt, dass diese Konflikte teilweise 40 Jahren alt sind. Hier handle es sich nicht um ein Problem rechter oder linker Politik.

Dies sei ein nationales Anliegen, dass nur im gemeinsamen Dialog gelöst werden kann. Unterdessen werfen viele Bewohner der betroffenen Vorstädte der Regierung vor, die Gewalt nicht in den Griff zu bekommen. Am Sonntag hatte Präsident Chirac in einer Ansprache zu Ruhe und Ordnung aufgerufen. Am abend will Ministerpräsident Dominique de Villepin ein Sonderprogramm für vernachlässigte Vorstädte ankündigen.

In dieser elften Gewaltnacht in Folge wurden laut Polizei 1400 Autos in Brand gesteckt. Es gab 400 Festnahmen. Am heftigsten waren die Krawalle in den Pariser Vorort Grigny:Bei Auseinandersetzungen mit rund 200 Jugendlichen wurden hier mehr als 30 Polizisten verletzt. Erstmals wurde auch auf Sicherheitskräfte geschossen – mit einem Schrotgewehr. Zwei Beamte kamen mit Verletzungen ins Krankenhaus.

Brandsätze flogen gegen Schulen, Rathäuser, Polizeidienststellen und Finanzämter – nicht nur in den Pariser Vorstädten, sondern auch in Perpignan, Clermont-Ferrand und Nimes. In Saint-Etienne besetzten Jugendliche einen Linienbus und steckten diesen in Brand, nachdem die Passagieren ausgestiegen waren.