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Randalierer in Frankreich gehen immer skrupelloser vor

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Randalierer in Frankreich gehen immer skrupelloser vor

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In der elften Nacht in Folge haben in Frankreich Autos gebrannt, sind Supermärkte geplündert worden und lieferten sich Jugendbanden Straßenschlachten mit der Polizei. Bei Zusammenstößen mit Randalierern wurden in einem Pariser Vorort 30 Polizisten verletzt, zwei davon schwer. Die Gewalttäter hatten die Beamten mit Steinen beworfen und sogar auf sie geschossen.

Der französische Innenminister Nicolas Sarkozy schwor die Beamten auf ihre Arbeit ein: “Wer mit Waffen auf Polizisten schießt, ist ein Hooligan. Gehen sie professionell und vorsichtig vor. Gutes gelingen.” Gewalttäter zündeten in der elften Nacht der Unruhen wieder mehrere hundert Autos an. Unverständnis gibt es für die Randalierer und zugleich das Vorgehen der Politik. Den Auswüchsen mit Härte begegnen, das kommt auch bei den Bewohnern der von den Krawallen betroffenen Orte nicht gut an. Härte könne die Probleme nicht lösen, so ein Anwohner. Das Problem sei Sarkozy, der zurücktreten müsse. Pure Verzweifelung bei denen, deren Auto ein Raub der Flammen wurde. Ein Betroffener erzählt, wie er an seinem brennenden Fahrzeug eine obszöne Botschaft an Innenminister Sarkozy fand, die letztlich nur ihn selbst getroffen hätte. Wie in den Nächten zuvor kam es in mehreren Städten Frankreichs zu Ausschreitungen. Mittlerweile übertraf die Anzahl der Unruhen außerhalb der Hauptstadt die in den Pariser Vororten. In St. Etienne, unweit von Lyon, stoppten Jugendliche einen Bus, forderten die Insassen auf auszusteigen, gossen Benzin in den Gang und zündeten den Bus an, noch bevor alle Fahrgäste ausgestiegen waren. Der Nahverkehr wurde daraufhin eingestellt.