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Die europäische Forschungssonde auf dem Weg zur Venus

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Die europäische Forschungssonde auf dem Weg zur Venus

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Die Venus. Als Morgenstern fasziniert sie die Menschen seit Alters her, gibt ihnen aber gleichzeitig Rätsel auf. Dabei ist sie was Größe, Masse und Zusammensetzung anbelangt unserer Erde so ähnlich. Die wichtigsten ihrer Geheimnisse soll nun die europäische Sonde “Venus-Express” enthüllen, die in dieser Nacht vom kasachischen Baikonur aus auf die Reise geschickt wird. Einmal musste der Start schon verschoben werden, weil Ende Oktober in der Verkleidung der Sojus-Fregat-Trägerrakete Staub gefunden wurde.

Die Sonde ist vollgepackt mit Meßgeräten, um die dichten Wolkenschleier aus Schwefelsäuretröpfchen, den Wind, und auch die Geologie des 470 Grad Celsius heissen Planeten zu untersuchen. Die wichtigste Frage lautet: Warum hat sich der Schwesterplanet der Erde trotz ähnlicher Größe, Masse und Dichte im Laufe von 4,6 Milliarden Jahren so anders entwickelt? Marcello Cordini von der ESA meint dazu:

“Wenn alle Ozeane auf unserem Planeten verdampfen würden, dann hätten wir einen so starken Treibhauseffekt, dass die Verhältnisse auf der Erde ebenso wären wie auf der Venus – nämlich mit einer extrem dichten Atmosphäre, sehr, sehr hohen Oberflächentemperaturen – heisser als im Backofen. Deshalb ist es so wichtig, die Venus zu studieren.”

Bisher kennen die Wissenschaftler nur jene Fotos, die 1982 die sowjetische “Venera 9” zur Erde funkte, ehe sie in der Venus-Hitze verglühte.Deshalb soll die neue Sonde nicht landen – sondern die Venus in gebührendem Abstand zwei Venusjahre lang umrunden. Das entspricht 500 Erdentagen.

An der Forschung mitwirken wird eine im deutschen Max-Planck-Institut entwickelte spezielle Weitwinkelkamera. Geht alles gut, dann wird die 1,2 Tonnen schwere Sonde nach 163 Flugtagen im April auf ihre Umlaufbahn um die Venus einschwenken und mit der Forschungs-arbeit beginnen.