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13. Krawallnacht in Frankreich

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13. Krawallnacht in Frankreich

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Die Reaktivierung der Notstandsgesetze in Frankreich scheint erste Auswirkungen zu zeigen. In der 13. Krawallnacht in Folge kam es zwar wieder zu Ausschreitungen im ganzen Land, allerdings nahmen die Unruhen leicht ab. In Lyon und bei Bordeaux haben Jugendliche Molotow-Cocktails auf eine U-Bahn und einen Bus geworfen.In Aras brannte ein Möbelhaus ab, in Nizza wurde ein Mann schwer verletzt, weil ihn eine Hantel am Kopf traf, die aus einem Fenster geworfen worden war. Einige Städte machten bereits von der Möglichkeit der Ausgangssperre Gebrauch, als erste Amien und Orleans. Besonders im südfranzösischen Toulouse kam es wieder zu Straßenschlachten zwischen der Polizei und den Jugendlichen. “Wir wollen Arbeit, wir wollen in Frankreich integriert werden, wir sind Franzosen, haben unseren französischen Pass, also wollen wir auch integriert werden”, forderte ein Randalierer. Ein anderer junger Mann meinte: “Ich finde, Autos in Brand zu setzen, bringt nichts. Das ist nicht gut. Mit Gewalt kann man nichts lösen.” Der schwer in der Kritik stehende Innenminister Nicolas Sarkozy traf sich am Abend in Toulouse mit Polizisten und Feuerwehrmännern. Er forderte sie dazu auf, die Regeln einzuhalten und die Jugendlichen beispielsweise nicht zu duzen. Der Minister sagte: “Natürlich gibt es Elend, natürlich gibt es Arbeitslosigkeit, natürlich gibt es Rassismus. Viele, die in diesen Vierteln leben, leiden. Aber nichts kann blinde Gewalt rechtfertigen!” Seit Beginn der Unruhen wurden bereits über 180 Erwachsene und mehr als 170 Minderjährige in Eilverfahren vor Gericht gestellt.