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Frankreich: Neuerliche Unruhen - Notstand zeigt Wirkung

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Frankreich: Neuerliche Unruhen - Notstand zeigt Wirkung

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In Frankreich zeigt die Reaktivierung des Notstandsgesetzes nach den Ausschreitungen der vergangenen Nächte offenbar Wirkung: In der 13. Krawallnacht in Folge kam es zwar erneut zu Unruhen, allerdings nahm deren Intensität ab. Insgesamt wurden in der Nacht zum Mittwoch mehr als 600 Autos in Brand gesteckt – das ist ein Drittel weniger als in der Nacht zum Dienstag. Die Polizei nahm rund 200 mutmaßliche Brandstifter fest. Vor allem im südfranzösischen Toulouse kam es zu Straßenkämpfen zwischen der Polizei und jugendlichen Randalierern. Die Polizei setzte Tränengas ein. In Lyon legte eine Brandbombe in der Nacht das U-Bahn-System lahm.

Verhältnismäßig ruhig blieb es in Amiens im Norden des Landes, wo für Minderjährige unter 16 Jahren ein Ausgehverbot verhängt worden war. Der Polizeichef der Stadt, Marcel Authier, zeigte sich von der Wirkung der Maßnahmen beeindruckt: “Es hat eine Rückkehr zu Ruhe und Ordnung auf den Straßen gegeben”, sagte er. Und dies sei einerseits der Ausgehsperre, andererseits auch der Verhängung des Notstandes zu verdanken. Die harte Haltung von Innenminister Nicolas Sarkozy stößt unterdessen auf immer mehr Kritik, auch wenn der Minister selbst versucht, Zuversicht zu verbreiten – so etwa bei einem Besuch der Polizei in Toulouse. “Jede Nacht sind wir mit euch unterwegs”, so Sarkozy zu den Sicherheitskräften. “Und ich finde es gut, dass wir, bevor ihr wieder auf die Straßen geht, mit euch reden und euch sagen können, was wir von euch erwarten”. Unter anderem regte Sarkozy an, jenen Eltern, die ihrer Erziehungspflicht nicht nachkämen, das Erziehungsgeld zu kürzen. Zumindest die Ausgangssperre stößt bei den Franzosen auf Zustimmung: Laut einer Umfrage der Zeitung “Le Monde” sind 73 Prozent mit dieser Maßnahme einverstanden.