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Frankreich: Regierung will Unruhestifter ausweisen

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Frankreich: Regierung will Unruhestifter ausweisen

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In Frankreich zeigen die harten Maßnahmen der Regierung gegen Brandstifter und Krawallmacher offenbar Wirkung: Die Zahl der Brandanschläge in mehreren Trabantenstädten ging in der Nacht zum Mittwoch um die Hälfte zurück. Die Regierung hatte auf ein Notstandsgesetz aus dem Algerienkrieg zurückgegriffen, um für 12 Tage Ausgangssperren und verschärfte Kontrollen zu ermöglichen.

Innenminister Sarkozy geht nun noch weiter. “120 Ausländer wurden verurteilt, weil sie an den Krawallen teilnahmen”, sagte Sarkozy in der Nationalversammlung. “Ich habe die Präfekten angewiesen, dass diese Ausländer ohne Verzug aus unserem Land ausgewiesen werden, egal ob sie eine Aufenthaltsberechtigung haben oder nicht.”

In der 13. Krawallnacht wurden in mehreren Städten Ausgangssperren verhängt. Außerdem organisierten muslimische Bürger Patrouillen, die gewaltbereite Jugendliche zur Vernunft bringen sollten. 73 Prozent der Franzosen sind laut einer Umfrage mit den Ausgehverboten einverstanden – aber manche halten die Maßnahmen dennoch für unzureichend. “Ich glaube, diese Schritte werden gesetzt, um ein Feuer zu löschen”, meint eine Frau, “aber mit den Urhebern wird nicht richtig umgegangen.” Und ein anderer Passant sieht vor allem “ein großes Bildungsproblem, das man lösen muss”. In Marseille trafen Soziologen und Vertreter der Bevölkerung zusammen, um die angespannte Situation in den Vorstädten zu besprechen. “Man muss den Jugendlichen mehr Angebote machen”, meint eine Frau, “denn sie haben einfach nichts zu tun.” Die Notstandsmaßnahmen wurden unterdessen auf Großstädte wie Marseille, Straßburg, Lyon und Toulouse ausgedehnt. Angesichts der Millionenschäden bei den Krawallen haben die französischen Gemeindeversicherer finanzielle Hilfe vom Staat gefordert.