Eilmeldung

Eilmeldung

Bombenserie in Amman - Dutzende Tote bei Anschlägen auf Hotels

Sie lesen gerade:

Bombenserie in Amman - Dutzende Tote bei Anschlägen auf Hotels

Schriftgrösse Aa Aa

Fast 60 Tote, Hunderte Verletzte – nach den verheerenden Bombenanschlägen auf drei westliche Hotels in der jordanischen Hauptstadt Amman verfolgt die Polizei eine erste Spur. Drei verdächtige Iraker wurden unmittelbar nach den Anschlägen festgenommen.

Nahezu zeitgleich waren die Sprengsätze in den drei in einem wohlhabenen Geschäftsviertel gelegenen Hotels Radisson SAS, Grand Hyatt und Days Inn explodiert. Regierungsangaben zufolge zündete zunächst ein Selbstmordattentäter seinen Sprengstoffgürtel inmitten einer Hochzeitsgesellschaft in einem der Hotels. Kurz darauf sprengte sich ein weiterer Attentäter in der Eingangshalle eines zweiten Hotels in die Luft. Eine Autobombe vor dem dritten schloss die blutige Serie ab. Die Sicherheitskräfte sperrten die besonders bei westlichen und israelischen Touristen beliebten Unterkünfte weitläufig ab. Nach Angaben von Ärzten sind die meisten Todesopfer Jordanier. Unter den Toten soll auch der Chef des palästinensischen Militärgeheimdienstes sein. Die jordanische Regierung erklärte den heutigen Tag zum nationalen Trauertag. Es war nicht der erste Anschlag in Jordanien, aber es war das erste Mal, dass sich Selbstmordattentäter in die Luft sprengten. Einer der Täter soll Polizeiangaben zufolge mit irakischem Akzent gesprochen haben. Wenige Stunden vor den Anschlägen hatten die jordanischen Behörden die Festnahme von mehreren mutmaßlichen Mitgliedern einer Terrorzelle bekanntgegeben. Sie werden verdächtigt, Anschläge auf amerikanische Touristen in Hotels in Amman und in dem Badeort Akaba am Roten Meer geplant haben. Sicherheitsexperten hatten immer wieder vor Anschlägen in Jordanien, einem Nachbarland des Irak, gewarnt. Hinter der jüngsten Anschlagsserie vermutet die Regierungden Jordanier Abu Mussab Al Sarkawi. Dessen zu Al Qaida gehörende Gruppe ware für zahlreiche blutige Anschläge in der Vergangenheit verantwortlich. Die Attentate trügen die Handschrift des Terrornetzwerks, hieß es. Bekannt hat sich zu den Anschlägen bisher niemand. Die Bombenserie trifft das arabische Königreich an einem wunden Punkt – für das Land, das kaum über Bodenschätze verfügt, ist der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle.