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Peretz droht mit Sturz israelischer Regierung

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Peretz droht mit Sturz israelischer Regierung

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Die israelische Regierung steckt in der Krise. Der neue Chef der mitregierenden Arbeiterpartei Amir Peretz drohte mit einem Rückzug aus der Regierungskoalition mit der Likud-Partei, sollte sich Ministerpräsident Ariel Scharon nicht mit ihm treffen, um vorgezogene Neuwahlen zu vereinbaren. Scharon hatte das Treffen auf Donnerstag verschoben. Peretz drohte, die Regierung bereits am Mittwoch zu stürzen.

Amir Peretz sei vielleicht davon überzeugt, das politische Programm zu diktieren, aber das sei nicht der Fall, sagte Erziehungsministerin Limor Livnat. Der Likud sei entschlossener und geeinter denn je und werde die nächsten Wahlen gewinnen, ob sie nun für Mai oder November angesetzt würden. Der radikale Gewerkschaftsführer Amir Peretz, der als Sprachrohr der Unterpriviligierten in Israel gilt, war bei den partei-internen Wahlen der Arbeiterpartei überraschend als Gewinner hervorgegangen. Der 53-jährige erzielte gut 42 Prozent der Stimmen. Für Vize-Ministerpräsident Schimon Peres sprachen sich knapp 40 Prozent der Parteimitglieder aus. Gestern abend versammelten sich 200.000 Menschen zum Gedenken des vor zehn Jahren ermordeten Ministerpräsidenten Izchak Rabin. Die Veranstaltung war gleichzeitig eine Machtdemonstration der Arbeiterpartei.